falkbrvt – „wer bist du und wenn ja, wie viele?“

08. Januar bis 02. April 2022 | Midissage: 18. Februar 2022, 19.00 Uhr

Wie ein Code wirkt der Rahmen, den falkbrvt um sich und seine Kunst kreiert hat. Acht mal acht Jahre will er künstlerisch tätig sein, nicht länger; sein Geburtsdatum hat die Quersumme 8, sein voller Name Falk Baron Rausch von Traubenberg besteht aus acht Silben, der Künstlername aus acht Buchstaben. Das mathematische und geometrische Quadrat spielt eine ebenso wichtige Rolle wie die Zahl 8. Alles ist genau durchdacht, präzise, ohne Raum für Zufall oder Ausschuss. falkbrvt findet das Eine im Vielen, und das Viele im Einen – ein Konzept, dass sich perfekt im Ausstellungstitel „wer bist du und wenn ja, wie viele“ widerspiegelt.

Es ist kein Zufall, dass der Künstler damit auf das erfolgreiche Buch „Wer bin ich und wenn ja, wie viele“ des Philosophen Richard David Precht anspielt. Auch falk.brvt fragt nach dem Warum, begibt sich auf eine visuelle und konzeptuelle Forschungsreise.

Doch er fragt in seinen Bildern nicht nach sich selbst, sondern wendet sich an die Betrachterinnen und Betrachter, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Um dies zu erreichen, nutzt falkbrvt zumeist Bilder von sich selbst, oft in Verbindung mit der ihm typischen mathematischen Komponente. Das titelgebende Werk ist dafür das beste Beispiel: Auf 64 Bildern ist dieselbe Bild des Künstlers zu sehen, die ihn sitzend zeigt. Überlagert wird das Acht-mal-acht-Quadrat von einem Bild einer Malerpalette, die in 64 Teile zerschnitten ist; die Palette ist dabei so stark reduziert und verfremdet, dass sie als solche kaum erkennbar ist. Um es noch etwas weiter zu führen, ist jedes Einzelbild erneut in 64 Quadrate unterteilt, die wie Pixel wirken. Jeder dieser Pixel, jede Überlagerung von Bildausschnitten ist dabei individuell abgemischt, mit eigener Farbgebung, unterschiedlichen Transparenzen. Die spezifische Anordnung und Bearbeitung ruft Hell-Dunkel-Kontraste und eine scheinbare Dreidimensionalität hervor; in manchen Einzelbildern ist der Körper des Künstlers kaum zu erkennen, in anderen dominiert er das visuelle Geschehen. Seine Ausstellung in der Leica Galerie Konstanz zeigt eine Auswahl von 16 Bildern dieses gewaltigen Werks.

Der menschliche Körper – und sein eigener im Besonderen – ist ein wichtiger Bestandteil im Oeuvre von falkbrvt . Während er in seiner früheren langjährigen Reihe „fops – falk’s orange pants stories“ sich selbst in Beziehung mit seiner Umwelt setzte, nutzt er seinen Körper nun als als Stellvertreter für den Menschen allgemein. In diversen Arbeiten sehen die Betrachterinnen und Betrachter mal den Künstler hockend, mal nur einen Ausschnitt von ihm, mal in Verbindung mit einem anderen Bild als Doppelbelichtung, mal als strenge Schwarzweißkomposition. In jedem dieser Werke spürt man den emotionalen Impuls, der den kreativen Prozess auslöste. Seit seinem künstlerischen Neustart im Jahr 2018 folgt falkbrvt einem durchdachten, strengen Konzept und hat darin eine Ausdrucksweise gefunden, mit der von der Oberfläche in die Tiefen und Abgründe des Menschen vordringt, um Inneres, Unbewusstes und Verborgenes zu entdecken und zu Tage zu fördern. So ist „wer bist du und wenn ja, wie viele“ vor allem eine Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und Befindlichkeiten.

 

Lebenslauf

falkbrvt (Falk Baron Rausch von Traubenberg) ist ein deutscher bildender Künstler. Fotografie ist sein wichtigstes Ausdrucksmittel, neben Video/Performance und Installation. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Nach den Lebensstationen Bensheim/Bergstrasse, Regensburg und Darmstadt entscheidet sich Falk von Traubenberg 1994 ein Architekturstudium an der Fachhochschule Konstanz zu beginnen. Rückblickend ist dies die Stunde null, hier beginnt sein künstlerisches Lebensquadrat das auf 8 X 8 Jahren beruht und im Jahre 2057 seine Vollendung erfährt.

Die ersten 8 Jahre – „Der Anfang“ 1994 bis 2001 – sind durch das Architekturstudium und der Entdeckung des eigenen fotografischen/künstlerischen Potentials geprägt. Im Frankfurter Jahr 2001 spielt der eigene Körper als Ausdrucksmittel erstmals eine zentrale Rolle.

Die folgenden 16 Jahre – „the orange years“ 2002 bis 2017 – ist Falk (von Traubenberg) künstlerisch mit Ausstellungen im In- und Ausland unterwegs, immer mit seinen orange farbenen Müllmann-Hosen, seinem Markenzeichen. Neben experimentellen fotografischen Ansätzen werden konzeptionelle Ideen immer relevanter für sein Werk.

Im Frühjahr 2017 hinterfragt Falk seine bisherige Arbeit, zwei Monate später hinterfragt ihn sein Körper. Der Künstler Falk von Traubenberg beendet seine Tätigkeit und wird nach einer Pause im darauffolgenden Jahr einen Neuanfang – formal wie inhaltlich – wagen.

Mit dem Neuanfang 2018, der auch durch den neuen Namen falkbrvt (Falk Baron Rausch von Traubenberg) manifestiert wird, steht das Individuum, sein Selbstverständnis zu seiner inneren wie äusseren Welt, seine Existenz mit seinen Grenzen und Widersprüchen im Mittelpunkt seiner visuellen Entfaltung. den Rahmen für Falk’s Gesamtwerk bildet die Zahl acht und das Quadrat. In einer Rückgriffs- und Rückblicksfolge (1, 2, 4, 8, 16, 32 Jahre) integriert und transformiert er Teile seiner früheren Arbeiten in dieses prozesshafte und kontinuierliche Gesamtwerk.

www.falkbrvt.com

 

Foto 01: falkbrvt 2019-0077 wer bist du 05-64
Foto 02: falkbrvt 2019-0099 wer bist du 27-64
Foto 03: falkbrvt 2019-0100 wer bist du 28-64

Presse-Kit zum Downloaden

 

Interview mit falkbrvt & Prof. Dr. J. Stöhr zur Ausstellung „Wer bist du, und wenn ja wieviele?“ in der Leica Galerie Konstanz anlässlich der ausgefallenen Vernissage vom Freitag, den 07. Januar 2022.

Die Vernissage konnte coronabedingt nicht stattfinden und wird voraussichtlich mit einer „Vernissage 2.0“ am 18. Februar 2022 wiederholt. Wir werden Sie über unseren Newsletter informieren.

 

Die Ausstellung „falk.brvt – wer bist du, und wenn ja wie viele?“ in der Leica Galerie in Konstanz am 07.01.2022 wurde mit einer Performance eröffnet.

Die gebürtige Konstanzerin Jasmin Schneider interpretierte die Arbeiten von falk.brvt mit einer freien Tanz-Improvisation. Musikalisch begleitet wurde die Tänzerin von Karoline Renner, welche die Komposition „Rolling Hills“ von Ursula Erhart-Schwertmann aufführte.

INFORMATIONEN

Ausstellungsdauer: 08. Januar – 02. April 2022
Midissage: Freitag, den 18. Februar 2022, Beginn: 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Führung: Samstag, den 19. Januar 2022, 12.00 Uhr mit Falk von Traubenberg
Es gelten die vor Ort gültigen Coronavorgaben.
Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich!

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 10.00 – 18.30 Uhr
Samstag: 09.30 – 14.00 Uhr

Oder nach Vereinbarung